Ein dynamisches Change Management stellt für die betrieblichen „Gestalter“ von Arbeit, für Interessenvertretungsorgane und für das Bewältigungshandeln der arbeitenden Menschen eine große Herausforderung dar. Etwa drei Viertel aller Betriebe leiten heute Restrukturierungen, Reorganisationen oder Change Management-Prozesse in den unterschiedlichsten Formen ein, jedoch überwiegend ohne die für die Umsetzung auf der operativen/ Shop- floor Ebene verantwortlichen und die Beschäftigen angemessen zu beteiligen.

Zeitgleich hat mittlerweile die Zahl der psychischen und psychosozialen Erkrankungen in der Arbeitswelt ein „Rekordniveau“ erreicht. Psychosoziale Gefährdungsfaktoren wie Angst vor Arbeitsplatzverlust, permanenter Leistungsdruck, unzureichende Entscheidungsspielräume und geringe Mitbestimmungsmöglichkeiten gewinnen für die Beschäftigten zunehmend an Gewicht und stehen im Widerspruch zu den Erfordernissen, die Innovations- und Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeiter/-innen zu erhalten bzw. zu erhöhen. Diese Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und über praxisnahe Maßnahmen die Veränderungsprozesse menschengerecht(er) zu gestalten muss daher ein zentrales zukünftiges Handlungsfeld interdisziplinärer Arbeitsforschung und Arbeitspolitik sein.

Dazu will das Projekt einen Beitrag leisten und entsprechende Handlungshilfen zur Begleitung und Gestaltung mitarbeiterorientierter Change-Prozesse entwickeln. Grundlage dafür sind Sammlung, Bilanzierung und Aufbereitung integrationsfähiger betrieblicher Gestaltungslösungen und transdisziplinärer Umsetzungen von (im weiten Sinne) arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zum Abbau von psychosozialen Gefährdungsfaktoren und zur Förderung der Entwicklung der Persönlichkeit in betrieblichen Veränderungsprozessen.

Das Projekt will eine Wissenschafts-Praxis-Debatte über psychosoziale Belastungen in Change-Management-Prozessen fördern, in die betriebliche Praktiker und Multiplikatoren frühzeitig eingebunden sind. 

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